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Erfolgsgeschichten

Erfolgsgeschichten

Gute Gründe für die Initiative, gute Gründe für die Informatik:


Karoline Busse

Erstmals dabei: Herbst 2005
Heute: Informatikstudentin an der Leibniz Universität Hannover

Mein Name ist Karoline Busse, ich studiere derzeit im vierten Semester Informatik und bin Mentorin bei der Ada Lovelace's Urenkelinnen Initiative.

Das erste Mal habe von der Initiative ich im Jahr 2005 gehört, damals noch als Schülerin. Zusammen mit einer Freundin habe ich an dem 3D-Workshop Herbstworkshop der Mentorinnen teilgenommen. In den drei Tagen habe ich einen Einblick in die Welt der 3D-Modellierung bekommen und konnte am Ende des Workshops sogar ein selbst entworfenes Renderbild erstellen. Das war für mich ein toller Erfolg. Über den Workshopinhalt hinaus habe ich zum ersten Mal die Universität „von Innen“ gesehen und war sofort fasziniert. Auch die Gespräche mit den Mentorinnen über ihr Studium der Informatik fand ich sehr spannend.

Da ich schon seit dem mein Vater zu Hause den ersten Computer aufstellte eine ausgesprochene Affinität zu diesen "Kisten" hatte, war für mich relativ schnell klar, dass ich auch später im Beruf etwas damit zu tun haben will. Der Informatikunterricht in der Schule war immer eines meiner Lieblingsfächer, im Abitur habe ich Informatik als Grundkurs belegt. Die Teilnahme am 3D-Workshop der Ada Lovelace's Urenkelinnen Initiative hat mich in meinem Wunsch, in der Zukunft etwas mit Informatik zu machen, nur bestätigt. Und so kam es dann, dass ich im Jahr 2008 anfing hier in Hannover an der Universität zu studieren - und zwar Informatik.

In meinem zweiten Semester an der Uni habe ich die Mentorinnen der Initiative wieder getroffen. Eine von den „Adas“ hat gefragt, ob ich Lust hätte, bei der Initiative mitzumachen. Ich konnte mich noch sehr gut an den Workshop erinnern und wusste sofort, dass ich gern dabei sein will.

Ich finde es sehr wichtig, dass der wunderbare und höchst interessante Bereich der Informatik so gut es geht, an Schülerinnen und Schüler herangetragen wird, da er zum einen sehr präsent in unserem täglichen Leben ist. Doch nur wenige wissen wirklich, was alles dahinter steckt und zum anderen, weil gerade in den Schulen der Informatik-Unterricht leider oft nur aus dem Umgang mit Textverarbeitung und Tabellenkalkulation besteht. Und genau in solch einer Situation ist es sehr wichtig, den jungen Leuten zu zeigen, was hinter so einer Textverarbeitung alles stecken kann. Und gerade die Arbeit mit Mädchen ist in meinen Augen sehr wichtig, weil sie sich oft unterschätzen oder durch altertümliche Rollenbilder und Klischees - die meist eher indirekt einwirken - gar davon abgehalten werden, ihre Interessengebiete auf MINT-Bereiche auszudehnen.

Im März dieses Jahres habe ich selbst zum ersten Mal den Blender-Workshop als Mentorin geleitet. Unter den Teilnehmern war auch meine Schwester.

Yvonne Bernard

Erstmals dabei: 2004
Heute: Promotion im Bereich Informatik an der Leibniz Universität Hannover

Die Ada Lovelace's Urenkelinnen-Initiative bietet Schülerinnen und Schülern die große Möglichkeit, ihre Entscheidung für ein technisches Studium fundiert treffen zu können. Viele Schülerinnen interessieren sich für die so genannten MINT-Fächer, ziehen sie aber mangels persönlicher Erfahrungen trotzdem nicht als Studiengang für sich in Betracht. In AGs und Workshops haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die Informatik zu erkunden und aktiv kennen zulernen. Unterstützt werden sie dabei von einem Team hochmotivierter Mentorinnen, die die Lehrpläne für die Veranstaltungen in Absprache mit den AG-Richtlinien der Schulen selbst entwickelt und über die Jahre hinweg noch mehr verfeinert haben.

In meiner Zeit als Mentorin der Ada Lovelace's Urenkelinnen-Initiative habe ich vieles gelernt, das mir heute in der Arbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin zugute kommt: die Vortragstechniken und didaktischen Fähigkeiten, die ich mir im Rahmen der Aktivitäten der Initiative aneignen konnte, nutze ich jetzt bei wissenschaftlichen Vorträgen, in Projektmeetings, in Doktorandenseminaren und in der Lehre. Besonders die Fähigkeit, Teilgebiete der Informatik so aufzubereiten, dass diese auch für Fachfremde verständlich sind, ist eine wertvolle Erfahrung aus der Zeit meiner Mitarbeit bei der Initiative. Diese Erfahrung hat mir sogar dabei geholfen, 2009 den 2. Platz im Studienpreiswettbewerb der Gesellschaft für Systems Engineering mit meiner Masterarbeit zu gewinnen. Auch Messestände mit wissenschaftlichem Hintergrund zu betreuen, fällt mir Dank der Initiative sehr leicht und macht mir viel Spaß, da ich dank Ada Lovelace schon viel Erfahrung in diesem Bereich habe.

Ich bin überzeugt, dass die "Social Skills", die die Mentorinnen durch die Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen ihrer Mitarbeit in der Initiative erwerben, nicht nur in Wissenschaft und Forschung, sondern auch in der Wirtschaft von entscheidender Bedeutung sind.

Olesia Brill

Erstmals dabei: 2007
Heute:Promotion im Bereich Informatik an der Leibniz Universität Hannover

Bereits zu Schulzeiten interessierte ich mich für die Naturwissenschaften, vor allem für die Fächer Physik, Mathematik und Informatik. Der Unterricht in Mathematik und Physik fiel mir im Vergleich zu anderen Fächern relativ leicht. Meine Begeisterung für die Informatik konnte jedoch für mich individuell nicht richtig unterstützt werden. Das ist das übliche Thema: Leider interessieren sich pro Schuljahr meist viel zu wenig Mädchen für Informatik, als das man exklusiv für sie eine Arbeitsgruppe organisieren kann. Genauso so war es in meinem Schuljahrgang. Die Informatik-AG, die bei uns in der Schule angeboten wurde, fand mit 8 Personen statt, davon waren es 7 Jungen. Die Aufgaben, die vergeben wurden, haben die Jungen schnell erledigt, da sie bereits schon viel Erfahrung im Programmieren hatten. Ich jedoch habe bei Null angefangen und konnte nicht Schritt halten. Etwas enttäuscht darüber, dass ich nicht mehr Unterstützung bekommen habe, verließ ich nach einem Halbjahr die AG.

Nach der 13. Klasse habe ich mich für ein Studium der Mathematik entschieden. Dieser Schritt war für mich wichtig, bevor ich mich ganz auf die Informatik einlassen wollte: Ich habe mich entschieden, Mathematik mit der Studienrichtung Informatik zu studieren, mit der Option jederzeit einfach nur in den Studiengang Mathematik wechseln zu können (ohne davon Nachteile zu haben). Diese Entscheidung war, wie es sich später herausgestellt hat, völlig richtig. Als ich dann im 5. Semester von der Ada Lovelace’ Urenkelinnen Initiative gehört habe, war ich davon ganz begeistert: Die Initiative bietet den Schülerinnen genau das an, was ich mir damals während der Schulzeit gewünscht hatte. Jetzt war ich aber schon Studentin und habe beschlossen, mich an der Initiative als Mentorin zu beteiligen. Ich wollte anderen Schülerinnen die Unterstützung bieten, die mir vor einiger Zeit so gefehlt hat. Die Arbeit bei der Initiative war sehr spannend und vielseitig. Es hat mir Spaß gemacht, vor allem zu sehen, wie Mädchen sich für die Informatik begeistern und programmieren lernen. Das Funkeln in deren Augen war immer noch das Beste. Wir als Mentorinnen konnten unsere Erfahrungen an die Schülerinnen weitergeben und teils Zweifel auflösen und Befürchtungen vor einem Informatikstudium ausräumen. Meiner Meinung nach ist eine Teilnahme an den Aktivitäten der Initiative, ob nun von der Schüler-Seite oder von der Seite der Mentorinnen her, immer zu empfehlen: Man lernt zusammen mit Gleichgesinnten, tauscht sich aus und bei Schwierigkeiten bekommt man Hilfe. Nicht zu unterschätzen ist hier die Gelegenheit, Kontakte zu anderen Mitstreiterinnen zu knüpfen.

Anna Averbakh

Erstmals dabei: 2003
Heute:
Promotion im Bereich Informatik an der Leibniz Universität Hannover

Als ich in der 13. Klasse war, sind Mentorinnen der Ada Lovelace’s Urenkelinnen Initiative in meine Schule gekommen und haben Ada Lovelace und die Ziele der Initiative vorgestellt. Ich habe im 12. Jahrgang schon eine Zeit lang Informatik in der Schule gemacht. Das hat mir allerdings nicht viel gebracht: Ich hatte überhaupt keine Informatikkenntnisse, der Unterricht war daher für mich zu schwer. Damals musste ich schon einfache Algorithmen schreiben, während ich noch nicht mal wusste, was ein Array ist. Es gab eben einen sehr unterschiedlichen Wissensstand bei meinen Mitschülern, und ich habe vorher noch nie programmiert. Dann kam ich mir auch irgendwann zu dumm vor und habe die Informatik aufgegeben.

Ein Jahr später habe ich den Vortrag der Mentorinnen gehört und fand das Thema interessant. Vor allem die graphischen Sachen, über die die Studentinnen erzählten, haben gewirkt: Die Bilder haben mich angesprochen. Besonders attraktiv, fand ich das Angebot, bei einem Informatik-Einzelprojekt mitzumachen, da ich meine Mathe-Note unbedingt verbessern wollte. Daher ist mein Projekt kein Spiel geworden, sondern ein Flächenrechner zwischen Funktionen.

Die Treffen an der Universität mit den Mentorinnen der Initiative aber machten mir immer und immer mehr Spaß. Und es war für mich ein Erfolgserlebnis, zu sehen, dass das Programm dann tatsächlich funktioniert und der Graph für die Flächenberechnung gemalt wird. Meine damalige Betreuerin, Natalia Semkina, hat mir die nötigen informatischen und mathematischen Grundlagen sehr verständlich erklärt. Dies hat in mir das Interesse geweckt, zu lernen, wie z.B. geschriebener Code zu einem laufenden Programm wird, wie das eigentlich passiert. Ich habe gesehen, dass Programmieren Spaß machen kann und dass es manchmal auch ziemlich einfach geht, einfacher als man oft denkt.

Dieser Erfolg hat mich doch umgestimmt und mein Interesse an Informatik geweckt. Trotz Befürchtungen und Warnungen in der Familie und im Freundeskreis, dass ich es nicht schaffen würde (es ist zu schwer, viele brechen ab), habe ich beschlossen, Informatik zu studieren. Inzwischen habe ich meinen Masterabschluss in der Informatik gemacht und arbeite an einer Promotion.

Yang Zhang

Erstmals dabei: 2005
Heute:10 Klasse,Kaiser-Wilhelm-und Ratsgymnasiun Hannover 

Hallo, ich bin Yang Zhang, 15 Jahre alt und gehe auf das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium Hannover. 2005 habe ich angefangen, an der Informatik-AG unter der Betreuung der Ada Lovelace’s Urenkelinnen Initiative teilzunehmen. Damals war ich noch sehr jung und wusste nicht recht, was nun auf mich zukommen würde. Aber worüber ich mir sicher war: Ich habe mich sofort ins Programmieren verliebt. Mein erstes Programm, in der Programmiersprache, Delphi, war das Spiel „Frogger“. Die nette Gruppenatmosphäre war so einladend, dass ich nur weiter an einer 2. AG teilnehmen wollte. Wir sind später dann zu der Sprache Lazarus gewechselt, was aber kein großer Unterschied war. In der Zeit haben wir das Spiel „Klotzki“ programmiert. Irgendwann hat sich dann unsere AG aufgelöst, da die anderen Schülerinnen etwas älter waren und ihr Abitur machten. Dazu kam, dass eine Mentorin nach der anderen ihr Studium abgeschlossen hat und gegangen ist. Das war ziemlich traurig. Beinahe hätte ich aufgehört, wäre da nicht eine andere Gruppe mit sehr netten Mädchen gewesen, denen ich mich anschließen konnte. In dieser Gruppe haben wir einen „Shooter“ und das Spiel „MauMau“ programmiert. Letzteres war mein erstes Serverspiel.

Vor kurzem habe ich selbstständig die Programmiersprache C++ für mein anstehendes Einzelprojekt erlernt, was eine komplette Veränderung für mich war. Um von Delphi und Lazarus wegzukommen, musste ich mich an eine neue Denkweise gewöhnen. Aber mittlerweile geht es ganz gut. Für mich hat C++ viele verschlüsselte Türen geöffnet. Diese Sprache ist sehr komplex, gibt aber dem einzelnen sehr viel Freiheit beim Programmieren. Ich habe schon Eindrücke davon gewonnen, wie viel C++ dem Programmierer bietet. In meinem Projekt beschäftige ich mich mit Visualisierungen. Ich habe als „Vorübung“ das Newton-Fraktal programmiert. Zurzeit arbeite ich an der Darstellung einer Kugel, die letztendlich zu einer Erde mit Lichteffekten, Drehungen, ect. werden soll. Der Weg dahin wird nicht leicht sein, aber es lohnt sich diesen zu gehen, weil ich mich auf das Ergebnis freue. Und genau das ist das, was ich an der Informatik liebe.

Stanislav Snizhko

Erstmals dabei: 2008
Heute: 7. Klasse, Goethe-Gymnasium Hannover

 

Statement zur Teilnahme am Blender Workshop im Frühjahr 2009:

In den Osterferien vom 31.03.09 bis zum 02.04.09 habe ich am Blender Workshop teilgenommen. Es hat mir sehr gut gefallen. Am ersten Tag haben wir die Grundlagen des Programms kennengelernt und einen Knoten modelliert. Es war schwer, aber interessant. Am zweiten Tag haben wir eine Kanne modelliert, die müsste sich in einem Spiegel spiegeln. Das ging einfacher als ich dachte. Und am dritten Tag hatten wir eine Freiarbeit gehabt. Jetzt konnte ich das, was wir gelernt haben, für meine eigenen Ideen umsetzen. Ich habe ein komisches grünes Männchen modelliert. Mir hat es viel Spaß gemacht!

Stanislav Snizhko, 05.04.09

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